»Wir brauchen Open Data für das digitale Planen und Bauen.«

Juni 2021 | Capital | Smart Building
Nachhaltige Stadt
Die Redaktion befragt Akteure zu aktuellen Entwicklungen in der Baubranche.
Juni 2021 | Capital | Smart Building

»Wir brauchen Open Data für das digitale Planen und Bauen.«

Gunther Wölfle / Geschäftsführer buildingSMART Deutschland

buildingSMART Deutschland ist das Kompetenznetzwerk für das digitale Planen, Bauen und Betreiben von Bauwerken. Der Schlüsselbegriff für die digitale Transformation des Bauwesens ist Building Information Modeling, kurz BIM. BIM bedeutet, dass jedes Bauwerk zunächst als Datenmodell entsteht, das nach dessen Fertigstellung während der gesamten Lebensdauer als digitaler Zwilling mit vielen weiteren Daten angereichert werden kann. Diese Daten müssen offen und (softwarehersteller-)neutral austauschbar sein, damit sie von den vielen am Planen, Bauen und Betreiben Beteiligten effizient genutzt werden können. buildingSMART vernetzt das in der Branche vorhandene Expertenwissen, um offene und herstellerneutrale Standards zu entwickeln. Diese werden über internationale Vernetzung weltweit etabliert, beispielsweise durch wichtige Austauschformate wie IFC oder BCF, mit denen eine einfache und effiziente digitale Zusammenarbeit möglich ist.


www.buildingsmart.de

Juni 2021 | Capital | Smart Building

»Gebäude, Quartiere und Städte sollten zukunftsfähig sein.«

Dr. Christine Lemaitre / Geschäftsführender Vorstand DGNB

Bis 2045 will Deutschland klimaneutral sein. Der Weg dahin soll ressourcenschonend gestaltet werden. Der Bau- und Immobilienbranche als einer der größten CO2-Emittenten und Ressourcenvebraucher kommt hier eine Schlüsselrolle zu. Das sollten wir als Chance verstehen. Denn wir haben das Wissen und die Instrumente, um heutige Neubauten als Kraftwerke zu bauen, die mehr erneuerbare Energie erzeugen als sie verbrauchen. Wir können Bestandsbauten mit Klimaschutzfahrplänen systematisch und wirtschaftlich in die Klimaneutralität führen. Wir kennen Baustoffe und Bauweisen, die einen hundertprozentigen Rückbau und die Weiterverwendung von Bauteilen möglich machen – und Mülldeponien abschaffen. Wenn wir bei alledem noch den Menschen in den Mittelpunkt stellen und auf Kultur- und Klimazonen eingehen, entstehen Gebäude, Quartiere und Städte, die zukunftsfähig und lebenswert sind. Wir nennen diese Bauweise nachhaltiges Bauen und bietetn
Hilfe und Instrumente.


www.dgnb.de

Juni 2021 | Capital | Smart Building

»Jedes Rathaus sollte künftig digital sein.«

Achim Berg / Präsident Bitkom

Ob digitale Verwaltungsdienstleistungen oder Homeoffice für kommunal Beschäftigte: Unter dem Druck der Pandemie hat die digitale Transformation von Städten und Gemeinden vielerorts einen kräftigen Schub erfahren. Sicher, es läuft noch nicht überall rund. Aber die Erkenntnis ist meist dieselbe: Die Digitalisierung ist weder Spielerei noch Luxus, sondern ein Pflichtprogramm für den gesamten öffentlichen Sektor. Neue digitale Prozesse sparen in der Verwaltung viel Arbeit und deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können sich künftig um das wirklich Wichtige kümmern. Digitalisierung heißt Vernetzung – aus analogen Prozessen werden digitale, aus getrennten Systemen werden kommunizierende. Dazu braucht es den Austausch mit Vorreitern, Unternehmen und Start-ups, etwa auf der Smart Country Convention des Bitkom im Oktober. Digitale Technologien können Städte, Gemeinden und Landkreise effizient und schnell, bürgernah und umweltfreundlich machen. Jedes Rathaus sollte künftig digital sein.

 

www.bitkom.org