Innovation priorisieren und Infrastruktur aufbauen

Juni 2020 | Wirtschaftswoche | Smart Cities

Innovation priorisieren und Infrastruktur aufbauen

E-Mobilität erreicht den Mainstream. Jetzt muss die Infrastruktur angepasst werden – und zwar so, dass sie die Innovationen von morgen trägt.

Martin Klässner, CEO, has•to•be gmbh
has•to•be gmbh / Anzeige

Erfolgreiche Konzepte setzen sich durch, weil sie Experimente ermöglichen, weil sie flexibel bleiben, weil sie offen gestaltet sind. Gängiges Beispiel sind die App-Stores, die den Smartphones zum Durchbruch verhalfen. Die Ideen einzelner Entwickler und damit deren individuelle Problemlösungen wurden so für die breite Öffentlichkeit bequem und sicher zugänglich.  

E-Mobilität muss auch bequem und leicht zugänglich sein, um sich weiter durchzusetzen. Ein bedeutender Erfolgsfaktor ist dabei die Ladeinfrastruktur.  

Herausforderung: Hardware und stark fragmentierte Infrastruktur Allerdings ist die Herausforderung hier deutlich komplexer als bei den App-Stores. Zum einen ist die Anzahl an Hardware, also der Fahrzeugtypen, Ladespannungen und Stecker größer. Zum anderen ist die Infrastruktur stark fragmentiert. Erschwerend kommt hinzu, dass entscheidende Standards wie das Eichrecht europaweit noch nicht einheitlich geregelt sind. Entsprechend flexibel und offen müssen heutige Lösungen konzipiert sein. Ein Beispiel:

Als 2008 die ersten Fahrzeuge von Tesla auf den Markt kamen und E-Mobilität erstmals ins Rampenlicht rückte, waren Ladestationen für den has·to·be-Gründer schon Tagesgeschäft. „Viele haben sich auf die Entwicklung von Hardware für die E-Mobilität gestürzt. Uns war schnell klar, dass ein Technologiewandel nur erfolgreich sein kann, wenn Unternehmen Zugang zu einer funktionierenden Service-Infrastruktur haben“, beschreibt Martin Klässner, Gründer und CEO von has·to·be die Idee zur Unternehmensgründung. Sein Fokus liegt daher auf smarten Software-Lösungen und innovativen Services aus einer Hand. Zielgruppe sind nicht die Endkunden, sondern die Betreiber von Ladeinfrastruktur.

Hardwareneutralität als Erfolgsfaktor „Unser System in alle Richtungen offen zu halten und u.a. möglichst viele unterschiedliche Ladestationstypen zu unterstützen, war uns von Beginn an wichtig – aktuell unterstützen wir alle in Europa bestehenden 640 Modelle“, so Klässner. Die strategische Entscheidung für Hardwareneutralität ist nur ein Grund dafür, dass has·to·be an den großen Innovationsprojekten der letzten Jahre beteiligt war und unter anderem für Ionity arbeitet – das Joint-Venture der Automobilhersteller BMW Group, Daimler AG, Ford Motor Company und des Volkswagen Konzerns mit Audi und Porsche zur Errichtung von Schnellladestationen in ganz Europa.  

„Ladeinfrastruktur wird nur dann aufgebaut, wenn sie kostendeckend betrieben werden kann. Das erfordert Systeme, die so konzipiert sind, dass sie auch die Anforderungen von morgen abbilden können – seien es neue Gesetze oder neue Hardware“, erklärt Klässner. Praxisnähe und Flexibilität stehen für has·to·be bei der Weiterentwicklung von be.ENERGISED, der Software, die den Betrieb von mehr als 130.000 Ladestationen in ganz Europa effizient macht, daher auch weiterhin im Vordergrund: „Weil wir immer den gesamten Prozess – inklusive der sich verändernden rechtlichen Rahmenbedingungen – im Blick haben, können unsere Kunden sich um ihr Kerngeschäft kümmern“. Ein Beispiel ist die komplizierte Umsatzsteuerabrechnung für Ladevorgänge über Grenzen hinweg. has·to·be hat sich der Problematik angenommen und gilt als der einzige Anbieter, der die Umsatzsteuer europaweit nahtlos abbilden kann.  Warum ist das wichtig? Eine skalierbare Softwarelösung wie be.ENERGISED ermöglicht es Unternehmen, Ladestationen, die für die eigene Dienstwagenflotte gebaut wurden, ohne Risiko und Mehraufwand über ein internationales Roaming-Netz für Privatkunden zu öffnen. So können Unternehmen Kosten senken und gleichzeitig zum Ausbau der Infrastruktur beitragen.  

E-Mobilität wird sich durchsetzen, wenn die Ladeinfrastruktur stimmt. Aber auch auf einem dynamischen Markt sollte der Aufbau der Infrastruktur die Innovationen von morgen tragen.

www.has-to-be.com